| kk - Erziehung zum Frieden
Unsere Ortsgruppe ist von Beginn an in der Ausbildungsfrage neue Wege gegangen. Dabei gehen wir von der kynologischen Grunderkenntnis aus, daß unsere Haushunde, im Gegensatz zu ihren Vorfahren, den Wölfen, eben keine Rudeltiere mehr sind. Ihnen ist im Laufe der Domestikation des Wolfes die Hingezogenheit zu ihren Artgenossen weggezüchtet worden; sie wurde durch eine ausgeprägte Liebe zu ihren Menschen ersetzt. So wurde die erfolgreiche Domestikation des Wolfes überhaupt erst möglich. Trotzdem besitzen unsere Hunde auch heute noch die Fähigkeit, sozialvertträgliches Verhalten zu erlernen. Nur muß dies aber nun einmal ebenso geübt werden, wie all die anderen Dinge, die wir von unseren Hunden erwarten. Doch wie soll ein junger Hund lernen, sich in der freien Begegnung mit Artgenossen verträglich zu verhalten, wenn wir ihm, wie heute noch auf den meisten Hundeplätzen üblich, verweigern, dies unter Aufsicht erfahrener Übungsleiter zu üben? Wie soll einem "Neu-Hundebesitzer" theoretisch beigebracht werden, wie er sich in der freien Begegnung seines Hundes mit Artgenossen verhalten soll, wann er wie einzugreifen hat? Dies geht nur durch praktische Erfahrung. Das setzt jedoch voraus, daß der Hundeführer seinen Hund genau kennt, sein Verhalten und seine durch Körpersprache ausgedrückte Gefühlslage richtig zu deuten, d.h. seinen Hund "zu lesen" versteht. Um dies jedoch realisieren zu können, Bedarf es neben der praktischen Anleitung, die auch die emotionalen Eigenschaften des Hundebesitzers berücksichtigt, die fachkundige theoretische Unterweisung durch fachkundige, erfahrene Berater. Es setzt aber auch ein großes Engagement des Hundehalters voraus, ein hohes Maß an Verantwortungsbewußtsein für seinen, wie für alle anderen beteiligten Hunde. Freie Begegnung mit Artgenossen bedeutet eben nicht, die Hunde miteinander toben zu lassen, während man sich selbst dem gemütlichen Plausch mit Hundehaltern hingibt, sondern konzentriertes Lernen von Hund und Mensch. Die Ortsgruppe Hannover-Braunschweig und Umgebung versucht seit Beginn ihres Bestehens, diesen Anspruch zu verwirklichen. Dabei stehen dem engagierten Hundehalter erfahrene Erziehungsberater zur Seite, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den Menschen nicht nur Tips zu geben, wie sie ihrem Vierbeiner "Sitz", "Platz" und ähnlich Übungen beibringen; sie wollen dem Hundehalter dabei helfen, aus ihrem Hund einen freundlichen, toleranten und trotzdem selbstbewußten Begleiter werden zu lassen. Die Erfolge unseres Konzepts sind unübersehbar. So manch ein als nicht gemeinschaftsfähig verschrieener Raubautz wurde bei uns "geheilt"; manch verzweifeltem Hundebesitzer konnte bei uns eine ganz neue Welt mit ihrem Partner Hund erschlossen werden. Welpen und Junghunde wurden so von Beginn ihrer Erziehung an auf einen zeitgemäßen Weg geführt. Eben durch eine Erziehung zum Frieden! |